2012-01-31

Huch, schon Halbzeit?

Ich melde mich zum ersten Mal in 2012! Ich bin also schon bei der Halbzeit angekommen, die Zeit vergeht hier rasend schnell...
Mal wieder war ich im Urlaub ;-)
Nach Weihnachten sind wir ( alle, bis auf Mark und Nicho) mit dem Auto nach Buenos Aires gefahren, was so um die 17 h gedauert hat. Im Haus meiner Gastgrosseltern, wo wir gewohnt haben, gab es kein Internet, dafür aber Pool und viel Familie! Meine Gastmutter hat in Buenos Aires 6 Brüder, die alle irgendwann mal zum Essen gekommen sind. Sie mussten sich allerdings absprechen, dass nur zwei zur Zeit mit Familie kommen, da sonst der Platz nicht gereicht hätte. So war eigentlich fast jeden Nachmittag volles Haus, wodurch es nie langweilig wurde. Silvester haben wir dann bei einem meiner Gastonkel verbracht, der in einem privaten Viertel mit Zugang zu einem See wohnt. Aus dem Garten haben wir dann das Feuerwerk im ganzen Viertel gesehen (die geben verdammt viel Geld dafür aus...). Feiern bin ich dann nicht mehr gegangen, weil das alles relativ schwierig zu organisieren ist. Somit war ich für lateinamerikanische Verhältnisse recht früh im Bett.

An Neujahr habe ich Lucas (meinen ehemaligen Austauschschüler aus Buenos Aires) dann endlich wiedergesehen! Ich wurde total nett von der ganzen Familie aufgenommen und hab mich gleich wieder heimisch gefühlt. Abends haben wir uns dann mit Laura (deutsche Freiwillige in Asunción) und ihrem Freund aus Deutschland in einer Bar getroffen und um 24:00 Uhr auf meinen Geburtstag angestossen.


Am Nachmittag habe ich mit der ganzen Familie bei meinen Gastgrosseltern gefeiert und Lucas` Familie war auch dabei. War echt schön mit zwei Gastfamilien zu feiern! Wir sassen zusammen, haben Kuchen gegessen und am Ende bin ich dann mit Klamotten im Pool gelandet...mein erster Geburtstag im Sommer!
Abends bin ich noch mit meinem Gastonkel, seiner Tochter, meiner Gastmutter, Nathalie und Lucas Essen gegangen, wobei natürlich auch Truco gespielt wurden musste! ( Das setzt sich seitdem bei uns in Asunción auch durch!).
Während den nächsten Tagen habe ich die Familien ab und zu gewechselt, eine Zeit lang habe ich bei Lucas gewohnt und dann wieder bei meinen Gastgrosseltern gewohnt.

Am Samstag ging es dann in den Kurzurlaub nach Uruguay! Ich habe mich mit Jonas und Clara, die aus Asunción gekommen sind, in Montevideo am Terminal getroffen und habe mit ihnen in einerm Hostel in der Altstadt gewohnt. Montevideo war wie ausgestorben, weil die meisten an den Strand fahren im Sommer. Trotzdem haben wir viele schöne Orte in Montevideo gefunden. Die Stadt hat etwas Europäisches, ist aber nicht so gross wie Buenos Aires, was sie sehr angenehm macht. Wir sind z.B. am Hafen gewesen, am Strand, im Fussballstadion und in der Altstadt. Nach 3 Tagen in Montevideo setzten wir uns in den Bus nach Punta del Este, DEM Urlaubsziel für die High Society des Südens. Dementsprechend wurde auch unser Geldbeutel angegriffen, eine Nacht im Hostel kostete so viel wie drei in Montevideo! Und diese Preise ziehen sich durch die gesamte Gegend, da vermisst man die "Coca für Mil" aus Asunción ;-) Die gibt es nämlich meistens im Bus zu kaufen, 0,2 L im Becher serviert! (Kostet 1 000 Guaranies, das sind ca. 17 cent ) Bei momentan sehr stickigen 40 Grad kann einem auf meinen geliebten Busfahrten echt nichts Besseres passieren!

Aber zurück zu Punta del Este: Die Strände sind auch echt schön, es war nur schade, dass wir nur zwei Tage da waren. Bis dahin war der Urlaub top - konnte natürlich nicht so bleiben! Auf dem Rückweg haben wir Claras Kamera und somit fast alle Fotos des Urlaubs verloren...Das trübte die Stimmung etwas.
Jonas ist danach noch zu mir nach Buenos Aires gekommen für drei Tage und wir haben Sightseeing im Schnelldurchlauf gemacht. War sehr interessant, es sind viele Erinnerungen hochgekommen!
Jonas ist dann am Samstag wieder zurück nach Asunción und ich bin noch ein paar Tage geblieben.

Am Mittwoch morgen sind wir wieder zurück gefahren, und mit uns meine Gastcousine, die noch bis Samstag hier gewesen ist. Durch den Familienurlaub ist das Verhältnis zu meiner Gastfamilie noch besser geworden finde ich, da wir viel zusammen gemacht haben, wenn es auch nur Terere-Trinken mit meinem Gastvater war! Solange ich eine Termo hatte...die wurde mir nämlich zu Weihnachten geschenkt um das paraguayische Nationalgetränk zu trinken. Mein Name war eingraviert, der Name meiner Gastfamilie und die paraguayische Flagge. Sie wurde mir in einem Freizeitpark in Buenos Aires geklaut, als ich für einen Moment unaufmerksam war...Ich werde aber auf jeden Fall eine neue kaufen und die als Andenken mit nach Deutschland bringen.

In Buenos Aires musste ich grinsen, als mir bei 30 Grad gesagt wurde, es wäre frisch...in Asunción ist mir das Grinsen vergangen. Zuhause angekommen, sah mein "Bettfertigmachen" so aus: Oberkörper mit Wasser nass machen, Handtuch nass machen und aufs Bett legen, Ventilator auf Maximum und dann hoffen, dass ich einschlafe, bevor das Handtuch nicht mehr kühl ist. Die nächsten Nächte waren nicht ganz so schlimm, aber da ist ja auch noch meine Arbeit!
Bei einer Mischung aus stickiger Hitze und Gestank nach Früchten, Gemüse, Fleisch und was noch so alles auf dem Grossmarkt gelagert wird, haben wir in unserer Markthalle mikrige drei Ventilatoren, die heisse Luft durch die Gegend pusten. Zum Glück arbeite ich während der Schulferien halbtags, nur dienstags und donnerstags bleiben wir länger um das weitere Vorgehen zu planen. Allerdings kommen jetzt sowohl die Vormittags-, als auch die Nachmittagsgruppe zur selben Zeit, was das ganze ziemlich intensiv macht, aber ich habe nachmittags Zeit für andere Sachen.
So habe ich zum Beispiel endlich einen guten Volleyballverein gefunden. Eigentlich gleich zwei... Ueber die Oma von Nichos Freundin habe ich Kontakt zu einem Volleyballer aufgenommen, der auch schon in Spanien gespielt hat und im Moment unter anderen die Tante (die eine bekannte Fernsehmoderatorin ist) und die Oma von Nichos Freundin trainiert. Natuerlich hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet und bin dann in einer Damengruppe gelandet, die mir nacheinander Bilder von ihren Toechtern gezeigt haben...volleyballtechnisch war das Niveau nicht so hoch, aber wir hatten maechtig Spass! Im Anschluss musste dann noch ein Foto fuer Facebook gemacht werden:

Danach bin ich dann in einen anderen Club, etwas ausserhalb von Asuncion gefahren, in dem nur Beachvolleyball gespielt wird. Es tat echt gut, mal wieder eine Runde zu spielen und nach uns hat sogar das Nationalteam Paraguays trainiert (fuer die Insider unter euch: ungefaehr A-Cup-Niveau). Die Leute sind dort sympatisch und das Niveau stimmt auch, ich kann mir also gut vorstellen da weiterzumachen. Ich wurde sogar noch eingeladen, am Wochenende ein Turnier zu spielen... Jetzt stellt sich fuer mich die Frage: Turnier oder "Nossa, nossa" live?

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