2011-09-21

Krieg

So, Zeit mal wieder etwas von mir hören zu lassen.
Bei mir ist jetzt (fast) Alltag eingekehrt, ich arbeite bis um 16 Uhr und bin so gegen 17 Uhr zuhause. Danach wartet Benji meistens auf mich oder ich gehe laufen. Eigentlich wollte ich ja die Volleyballmannschaft von Alex trainieren (die Schule ist auf der anderen Strassenseite) aber irgendwie ist das noch nichts geworden. Ich habe schon ein paar mal angefragt, die Leute finden dass auch gut, dass ich das machen will...Aber wenn es konkret wird, heisst es immer "morgen" oder "nächste Woche". Paraguay...
Am Wochenende gabs hier das erste Mal "Krieg" zuhause. Mein Zimmer (Nico und ich) gegen Alex und Benji. Als Nico und ich nach Hause gekommen sind, hat Nico Alex und Benji Zahnpasta ins Gesicht geschmiert. Am nächsten Morgen hatte ich Zahnpasta auf dem Rücken und in meinen Sportschuhen...seitdem denk ich noch über eine geeignete Rache für Benji nach (immer her mit den Tipps! ;-)).
Aber nun zu dem Wesentlichen, da ich immer über meine Arbeit ausgefragt werden, stelle ich sie hier noch einmal ausführlich vor.

Ich arbeite in einem Kinderhort in einer Markthalle für Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen. Die Kinder gehen entweder vormittags oder nachmittags zur Schule und kommen in ihrer freien Zeit zu uns. Unser Schwerpunkt liegt auf der Hausaufgabenbetreuung, in der Vormittagsgruppe habe ich bislang immer mit einem 7-jährigen Mädchen gearbeitet, dass nicht lesen und rechnen kann. Es ist anstrengende Arbeit, weil sie sich selten (fast nie) konzentriert und meistens rät, wie denn der Buchstabe oder die Zahl heisst. Bislang sind eher wenig Fortschritte zu sehen, aber ich habe auch gerade erst angefangen. Ich finde es aber gut, dass ich etwas zu tun habe und merke, dass ich gebraucht werde.
Unser normaler Tagesablauf sieht so aus, dass wir Saft und Sandwhiches oder andere Snacks für die Kinder zubereiten. Nach der Begrüssungsrunde werden diese dann verteilt, danach geht es mit den Hausaufgaben los. Das dauert so ca. eine Stunde, danach geht es dann noch für eine Stunde nach draussen, zum Fussballspielen oder im Park rumtoben. Manchmal steht auch Gartenarbeit für die Kindern an, den jeder hat draussen seine eigene Pflanze in einem alten Autoreifen, die er pflegen muss.
In den zwei Stunden Mittagspause gehen wir dann in den Supermarkt einkaufen und machen uns etwas zu essen. Meistens reicht die Zeit danach nur für 15 min Siesta, bevor das ganze wieder von vorne anfängt.
Im Moment wird gerade der Boden ausgewechselt, deswegen besteht meine Arbeit zur Zeit darin, die Möbel umzuräumen oder draussen den Park zu streichen. Die Kinder kommen wohl erst gegen Ende der Woche wieder.
An einem normalen Arbeitstag spreche ich Spanisch, Englisch ( mit der Freiwilligen aus der Türkei) und Deutsch (die Direktorin ist Deutsche ). Es stört mich ein bisschen, dass ich mich nicht voll auf Spanisch konzentrieren kann, aber oft bin ich auch einfach zu faul, mit der Direktorin Spanisch zu sprechen.
Bislang fühle ich mich echt wohl bei der Arbeit. Meine Kollegen sind auch cool drauf, mit Gustavo war ich z.B. schon auf dem Markt und Laufen.
Für das Wochenende habe ich mich als Freiwilliger für "Un techo para mi pais" ( "Ein Dach für mein Land") angemeldet, bei dem die Freiwilligen in Gruppen von 5 Leuten Häuser für Bedürftige bauen. Ich bin dann von Freitag bis Sonntag unterwegs, schlaf bei der Familie, für die ich das Haus baue und bekomme da auch zu essen ( wir haben vorher bezahlt, damit dafür eingekauft werden kann). Nico hat das auch schonmal gemacht und hat gesagt, es war sehr anstrengend, es gab wenig zu essen und man lernt echt mal kennen, was Armut ist...
Ich bin echt gespannt und melde mich, wie es war!
Alex

3 Kommentare:

  1. Google ist mein Freund! Pude entender! :D

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  2. Du arbeitest in einer Markthalle für Kinder? Ist die für Kinder oder werden da Kinder verkauft ;-) viele grüße Martin

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  3. Gelesen und für Gut empfunden:) wünsche dir weiterhin viel Erfolg - lass dich nicht beklauen. Cheers, Eike

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